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Vereinsgeschichte

In der Gaststätte Johann Reichel wurde 1902 von einigen Männern unser Turnverein gegründet. Der erste Vorstand des neuen Vereins wurde Hans Walther. Danach übernahm Bernhard Wirth bis ins Jahr 1912 die Geschicke des Vereins. Unter seiner tatkräftigen Führung wurde auch die erste Fahnenweihe am 28./29.06.1908 vollzogen.

Durch den erfolgreichen Aufwärtstrend wurde während seiner Amtszeit sogar ein Wechsel des Vereinslokales notwendig. Außerdem wurde der Platz am Anger als Sommerturnplatz hergerichtet. Schon damals herrschte ein außerordentlich reger Turnbetrieb und es war eine Selbstverständlichkeit, dass die Schuljugend vom dritten Schuljahr ab, als Zöglinge in den Turnverein eintrat.

Aktivenriege beim Schauturnen am Anger (1921)

1Von links nach rechts: Georg Wirth, Hans Wirth, Hans Popp, Gustav Zapf, Christoph Wirth, Fritz Popp, Christian Döhla, Konrad Schwab und Max Hofmann


Am 28. Juli 1912 konnte der Verein unter seinem damaligen Vorstand Fritz Nüssel sein 10-jähriges Jubiläum feiern. Ermutigt durch die turnerischen Erfolge beteiligte man sich auch an auswärtigen Bezirks-und Gauturnfesten. Selbst zum 1912 in Leipzig abgehaltenen "Deutschen Turnfest" wurden Teilnehmer entsandt. Eine Unterbrechung des Turnbetriebes verursachte der erste Weltkrieg. Zur Ehrung der daraus nicht zurückgekehrten 21 Gefallenen und 7 Vermißten wurde wenig später die Anbringung einer Gedenktafel beschlossen.

Am 2. September 1919 konnte der Verein sein erstes Gauturnfest nach dem Krieg durchführen.

Unter der Leitung des Musikmeisters Karl Popp wurde im Jahr 1920 eine Sängerabteilung ins Leben gerufen. Es wurde sogar eine Operette "Die Winzerprinzessin" mit großem Erfolg aufgeführt. Ebenso erfolgreich waren die vom Verein durchgeführten Theatervorstellungen und die Bunten Abende, die sich bei den Stammbachern großer Beliebtheit erfreuten. Leider mußte die Sängerabteilung, durch die Versetzung ihres bewährten Dirigenten die Selbstständigkeit aufgeben, im Jahr 1938 schloss sich die Abteilung dem hiesigen Gesangsverein an.

Aufführung der Operette "Winzerprinzessin" 1927 im Saale "Reichel"

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1923 wurde das Frauenturnen eingeführt, welches sich langsam aber stetig entwickelte. Am 13./14. August 1927 beging der Verein sein 25-jähriges Jubiläum in würdiger Weise. Auch 1931 wurde wieder das Gauturnfest vom TV Stammbach ausgerichtet. Im gleichen Jahr schloß sich der Fußball-Club dem Turnverein an. Durch diesen Zusammenschluß gelangte auch der Sportplatz am Bahnhof in den Besitz des Vereins. Die Einweihung des Sportplatzes fand am 15./16. August 1931 statt. Während dieser Zeit leitete Hans Benker die Geschicke des Vereins. Am 27.12.1936 wurde Max Hofmann zum neuen Vorstand gewählt.

Turnfest 1926 in Streitau

3Hintere Reihe von links: Karl Schneider, Karl Ott, Hans Walther, Bernahrd Wirth, Ernst Zapf, Fritz Goller, Ernst Loew, Hans Schmidt, Wilhelm Nüssel, Fritz Reichel; Mittlere Reihe: Hermann Thümmig, Matthäus Zehkorn, Gustav Zapf, Georg Hacker, Christoph Schwab, Georg Koppmeier, Max Hofmann, Ernst Hofmann; Untere Reihe: Karl Koppmeier, Konrad Schwab, Max Heyerth, Christian Döhla, Hans Popp, Hans Wirth I, Emil Popp, Fritz Popp, Leonhard Walther, Leonhard Wirth, Christoph Wirth, Hans Wirth II

Das Vereinsgeschehen erlitt durch die sogenannte "Machtübernahme" und die damit einhergehende "Gleichschaltung" leider einen fühlbaren Rückgang. Der Verein war damals dem "Deutschen Reichsbund für Leibesertüchtigung" angeschlossen. Auch der zweite Weltkrieg ging nicht spurlos am Turnverein vorüber: 35 Vereinsmitglieder waren gefallen, 26 verstorben und 22 Vermißte waren zu beklagen.

Als sehr schwierig erwies sich der Wiederbeginn nach Kriegsende. Hier war es vor allem der Tatkraft von Vorsitzendem Max Hofmann und einiger treuer Mitarbeiter zu verdanken, dass beim TV die turnerischen Aktivitäten wieder aufgenommen werden konnten. Der Fußball-Club hatte sich inzwischen wieder selbstständig gemacht.

100-Jahrfeier der TS Schwarzenbach/Saale 1951

4Von links nach rechts: Sitzend: Johanna Werner, Gertrud Schneider, Liselotte Müller; Stehend: Max Heyerth, Max Hofmann, Melitta Wirth, Hermann Koppmeier, Gisela Brandmüller, Helmut Fuchs, Hans Wirth;


1952 konnte das 50-jährige Vereinsjubiläum, verbunden mit einem gauoffenen Turnfest, in großem Rahmen begangen werden.

Der TV Stammbach beim Festzug anläßlich seines 50-jährigen Vereinsjubiläums

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Ab 1953 bis 1963 leitete Christoph Wirth die Geschicke des Vereins. 1957 erwarb der Verein am Wiesenweg einen Sportplatz, welcher durch seine zentrale Lage und Größe günstige Voraussetzungen für Turnen und Spiele aller Art bot. Von 1963 bis März 1967 stand Johann Eschenbacher dem Turnverein vor. Infolge fehlender Übungsleiter wurde die Abhaltung des Turnbetriebes immer schwieriger und es bedurfte des Einsatzes der wenigen vorhandenen Kräfte, die Schüler und Jugendlichen für Turnen und Spiel zu begeistern.

Trotz aller Bemühungen trat Mitte der sechziger Jahre eine Stagnation beim TV ein. Der Turnbetrieb bestand leider nur noch aus Übungsstunden für Schüler und Schülerinnen; Jugend- und Männerturnen waren nicht mehr vorhanden, auch die Frauenabteilung ruhte.

Doch bald danach ging es wieder aufwärts. Neue Sportarten kamen hinzu. 1967 wurde eine Handball-Abteilung gegründet, wenig später schloss sich der Badminton-Club "Windjammer" unter Führung von Klaus Humm dem Turnverein an. Ab 1968 wurde in Stammbach auch wieder Faustball wettkampfmäßig betrieben. Ein Glücksfall für den TV war der Zuzug des Ehepaars Rauschert nach Stammbach. Unter der Leitung von Regine Rauschert konnte die Frauen-Gymnastik-Abteilung wiedererweckt werden, auch das Kinderturnen nahm unter ihrer Regie und der ihres Mannes Erich, neuen Aufschwung. Das Programm wurde 1970 um eine Mutter-und-Kind-Turnstunde erweitert.

1971 wurde Helmut "Papa" Scholz zum Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Regie kehrte der Turnverein mit zahlreichen Veranstaltungen wie Faschingsbällen, Turn- und Kinderfesten sowie Ausflugsfahrten auch in das gesellschaftliche Leben in Stammbach zurück.

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Ein besonderer Höhepunkt war das im Jahr 1977 gefeierte 75. Jubiläum, das an zwei Wochenenden hervorragende sportliche und gesellige Veranstaltungen bot.

Die Führungsmannschaft im Jubiläumsjahr 1977

7Vorne: Erich Rauschert, Christoph Wirth, Alma Fuchs, Helmut Fuchs, 1. Vorstand Helmut Scholz, Regine Rauschert, Norbert Scholz; Hinten: Peter Schulz, 2. Vorstand Helmut Altmann, Horst Gmach, Rosemarie Nietert, Georg Schuberth, Herbert Fuchs Hermann Wirth, Udo Petzet, Peter Vierling, Heinz Petzet, Robert Seuß;


Im Jahre 1983 erfolgte die Gründung der Leichtathletik-Abteilung durch Werner Frankenberger und Helmut Weyl. Die Abteilung nahm bald einen ungeahnten Aufschwung, die jungen Athleten heimsten Titel über Titel, auch auf überregionaler Ebene ein. Selbst an deutschen Meisterschaften der Jugend wurde mit Erfolg teilgenommen.

1989 schloss sich die Laufgruppe unter ihrem Leiter Gerhard Quick dem Verein an. Ein weiterer Glücksfall, denn mit den Läufern stieß eine äußerst rührige und aktive Truppe zum TV. Die Laufwettbewerbe zum Turnfest und der auch überregional sehr gut angenommene jährliche "Silvesterlauf" sind zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender des Vereins geworden.

Um die Ausführung dieser neuen sportlichen Bereiche, hier vor allem der Leichtathletik, zu ermöglichen, wurden neue Lösungen notwendig. Der alte Turnplatz wurde bald zu klein. So war man dankbar, als die Marktgemeinde im gemeindlichen Sportzentrum neue, hervorragende Anlagen für den Schulsport schuf, die von den Stammbacher Vereinen bis heute mitbenutzt werden können. Rasenspielfeld, Allwetterplatz, Tartanlaufbahn, Weitsprung- und Kugelstoßanlagen sowie Dusch- und Umkleidekabinen luden zur Nutzung ein.

Mit dem Bau von vier eigenen Fertiggaragen als Geräte-, Arbeits- und Aufenthalträume, integrierte sich der Turnverein 1990 in diese Anlagen und fand nun hier eine neue Heimat.

Die Ereignisse 1989/1990 in der damaligen DDR sorgten für ein Novum auch beim TV Stammbach, durfte man doch nun wieder Kontakte zu Sportvereinen im Osten Deutschlands aufbauen. Sogleich wurden diese Kontakte geknüpft, eine große Abordnung des TV besuchte im Mai 1990 das "Erdachsenfest" des SV Erdachse Pausa und fand dort herzliche Aufnahme.

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Beim Gegenbesuch im September in Stammbach nahmen 60 Sportler aus Pausa am Stammbacher Turnfest teil und zeigten als Einlage hervorragende Turnübungen am Reck und am Boden. Dass sich alte Turntraditionen in der ehemaligen DDR noch mehr bewahrt hatten, zeigten die Gäste zu Beginn der Wettkämpfe. Gemeinsam mit den Stammbachern wurde mit Fahnen voraus und unter Absingen des Turnerliedes zu den Wettkampfstätten eingezogen.

Ebenfalls im Mai 1990 lud die Handball-Abteilung des Turnvereins sich Handballer des SV Blau-Weiß Crottendorf/Erzgebirge nach Stammbach ein und verbrachte mit den überaus sympathischen Sportlern und ihren Familienangehörigen zwei unvergessliche Tage. Neben Handball-Spielen standen ein bunter Abend, ein Empfang im Rathaus, sowie eine Wanderung zum Weißenstein auf dem Programm.

Anfang Juni 1990 nahm man dann die Einladung zu einem zweitägigen Gegenbesuch im Erzgebirge an und wurde dort von den Sportfreunden hervorragend betreut.

Am 3. Oktober 1990, dem Tag der Wiedervereinigung Deutschlands trug man in Stammbach ein Handball-Freundschaftsspiel aus. Dem Anlaß angemessen endete es 15:15 Unentschieden. Weitere Besuche und Gegenbesuche in den nächsten Jahren folgten.

Unter der "Wiedervereinigungs-Linde" im Stammbacher Sportzentum: Die Handballer des TV und des SV Crottendorf

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Bei Neuwahlen im März 1991 übergab Helmut Scholz nach 20 Jahren Amtszeit den Vorsitz in "jüngere Hände". Horst Laubenzeltner führt seitdem den Turnverein. "Papa" Scholz, wie er von allen nur liebevoll genannt wurde, wurde aufgrund seiner großen Verdienste um den TV zum Ehrenvorstand ernannt. Diese große Anerkennung hatte einige Jahre zuvor auch Max Hofmann erhalten.

Am 21. Januar 1994 gründete sich offiziell die Tanz-Abteilung Begonnen hatte alles im Herbst 1993, als sich einige Paare zu gemeinsamen Tanztraining in der Schulturnhalle trafen. Und weil man etwas dazulernen wollte, wurde schnell beschlossen, dass Ganze in geregelte Bahnen zu leiten und sich dem Turnverein anzuschließen. Christine und Hermann Wirth konnten als Tanzlehrer und Abteilungsleiter gewonnen werden. Wieder eine neue Facette im Sportbetrieb des TV, noch dazu eine sehr rege und aktive. Auch der Mitgliederstand profitierte von zahlreichen Neuaufnahmen aus dem Tanzbereich. Unter der Regie der neuen Abteilung wurden in den folgenden Jahren einige Male die früher so beliebten Faschingsbälle zu neuem Leben erweckt.

Im Rahmen des Turnfestes 1996 konnte in einer kleinen Feierstunde eine neue Vereinsfahne ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Anschaffung war notwendig geworden, da sich die alte Fahne doch langsam aufzulösen drohte. Was lag näher, als sich mit dem TV Meierhof auch gleich einen neuen Patenverein "anzulachen". Die Meierhofer nahmen dies gerne an und Vorsitzende Irene Gottesmann heftete das erste Fahnenband an die neue Fahne.

Fahnenweihe des TV Stammbach

101.Vorstand Horst Laubenzeltner und die Vorsitzende des TV Meierhof Irene Gottesmann

Im Juli 1997 mußte man Abschied nehmen von "Papa" Scholz, der nach längerer Krankheit im Alter von 80 Jahren verstarb. Alle im Turnverein werden sich immer gerne an ihn, der wie kein anderer für den Aufschwung des Vereines stand, erinnern.

Als der Markt Stammbach 1998 sein 675-jähriges Bestehen feierte, war der Turnverein bei allen Veranstaltungen sehr aktiv beteiligt. Zum großen Marktfest im September war man mit einem Stand mit Kinder-Wunderschachteln und mit einem Pilz-Quiz mit einer originalgetreu aufgebauten Waldlandschaft vertreten. Besonders letzteres erwies sich als wahrer Zuschauermagnet, vor allem, da als 1. Preis der Gewinn eines Goldbarrens lockte.

Das Pilz-Quiz der Zuschauermagnet beim 675-jährigen Stammbacher Jubiläum

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Überhaupt ist man beim TV stets bemüht sich auch im gesellschaftlichen Bereich von Stammbach zu engagieren. Mit Erlösen aus Flohmarktständen wurden 1992 und 1993 zunächst der Kindergarten und im Jahr 2000 den "Platz der Jugend" unterstützt. Im Mai 2000 wirkte man an einem Projekttag Schule und Verein mit, hatte an einem Samstagvormittag 60 quicklebendige Schüler zu Schnupperkursen in Faustball, Leichtathletik und Tanzgymnastik zu Gast.

Auch der TV Stammbach unterstützt den "Platz der Jugend" tatkräftig

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Teilnahme an Wiesenfestzügen, Volkstrauertagen oder anderen öffentlichen Veranstaltungen, sind eine Selbstverständlichkeit, ebenso der Besuch bei Veranstaltungen anderer Vereine im und außerhalb des Gemeindegebietes.

Als jüngstes sportliches Kind trat im März 2001 die Radabteilung dem Turnverein bei. Diese sehr rührige Truppe vorher schon fast 10 Jahre aktiv. Robert Fäller und Renate Konietzko stehen an der Spitze der Abteilung.

Schäden der Außenfassade der Vereinsgaragen im Sportzentrum veranlassten den Turnrat zur Überlegung, ob man nicht auf die gesamten vier Garagen ein Satteldach aufziehen sollte, um ein für alle Mal Ruhe zu haben. Die Pläne wurden 1998/99 in einer beispielhaften Aktion verwirklicht, alle legten Hand an. Heute ist das Esemble ein Schmuckstück, der Stauraum unterm Dach kann für Lagerzwecke hervorragend genutzt werden.

Die Garagen, wurden im Lauf der Jahre mit fließend Wasser, Küchenzeile und anderen Einrichtungen immer besser ausgestattet. Für die vereinseigenen Veranstaltungen sind alle Anforderungen bestens abgedeckt und auch die Forderungen der Hygiene-Vorschriften, nach der 2001 in Kraft getretenen Änderung des Infektionsschutzgesetzes,können ohne Probleme erfüllt werden.

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Sehr erfreulich ist die Entwicklung des Turnvereins insgesamt. So konnte im Jahr 2000 erstmals die 400er Grenze bei den Mitgliedszahlen überschritten werden. Die Vereinsmitglieder sind überaus aktiv. Woche für Woche ist ca. 1/4 aller Mitglieder in Trainingsstunden, Punktspielen, Lauftreffs und Wettkämpfen sportlich im Einsatz. Viele Teilnahmen und Erfolge gehen dabei weit über die regionalen Grenzen hinaus (so z.B. Berlinmarathon, Oberfänkische und Bayerische Meisterschaften bei den Faustballerinen oder Großglockner-Bergradfahren) und machen auch den Namen Stammbachs in der Region draußen bekannt. Eine große Zahl von Sportler-Ehrungen durch die Marktgemeinde und 1997 für die weibliche Faustballjugend sogar durch den Landrat folgern daraus. Rekordteilnehmerzahlen bei eigenen Veranstaltungen wie beim Turnfest 2001 mit 180 Kindern oder den sensationellen 286 Läufern beim Silvesterlauf 2000 sind der schönste Lohn für die Verantwortlichen und zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist.